Bodhidharma
Material zum Kurs
1. Überblick über den Kurs
Nach
Klärung der Herkunft des Leintuchs haben wir uns die Stationen unserer
zukünftigen Reise angeschaut. Ausgangspunkt ist Bodhidharma, der
"Begründer" des Chan (jap. Zen)-Buddhismus in China, und das
Lankavatara-Sutra. Bodhidharma hat das Lankavatara-Sutra seinem
Nachfolger Huike mit den Worten übergeben: Hier ist alles Wesentliche
drin. Doch bevor wir uns mit diesem Text befassen werden, klären wir,
welche buddhistischen Konzepte Bodhidharma aus Indien mitgebracht hat.
Dazu beginnen wir mit dem Pali-Kanon, gehen weiter zu wichtigen
Mahayana-Ansätzen (Madyamika und Yogacara), Konzepten (shunyata,
Buddha-Natur, alles ist miteinander verbunden, die Stellung der
Laien...), um dann bei Bodhidharma in China zu landen. Dort stellt sich
natürlich die Frage, welche "spirituellen Systeme" hat Bodhidharma in
China vorgefunden? Ein willkommener Anlass, dass wir uns mit dem
Daoismus und ein wenig mit Konfuzianismus beschäftigen werden. Von dort
arbeiten wir uns weiter bis zum 6. chinesischen Chan-Patriarchen Hui
Neng. Nach einen Abstecher bei Lin Chi (jap. Rinzai) geht es weiter
nach Japan, wo unser Schwerpunkt Bankei sein wird. Den Audiofile
(unedit) könnt ihr
hier anhören. Die Übersicht
könnt ihr hier anschauen: forward
und backward.
2.
Die Reise beginnt mit Hermeneutik
Bevor
wir uns mit buddhistischen Konzepten beschäftigen, finde ich es
wichtig, sich wieder daran zu erinnern, dass wir uns mit Sichtweisen
beschäftigen. Diese Sichtweisen sind bedingt durch unterschiedliche
Einflussfaktoren wie Biographie, buddhistische Training, buddhistische
Rezeptionsgeschichte entstanden. Daher ist es sinnvoll sich diese
Einflussfaktoren etwas genauer anzuschauen, um zu verstehen, wie unser
Bild des Buddhismus entstanden ist. Thema dieses Abends war die "Erste
Welle" der Buddhismusrezeption im Westen bzw. im deutschsprachigen
Raum. Wichtige Namen in diesem Zusammenhang sind Schopenhauer,
Blavatsky und Olcott, Neumann, Dahlke, Grimm und Nyanatiloka (Übersicht).
Den Audiofile
könnt ihr hier hören. Wer etwas zum Thema lesen möchte, kann in meiner Artikelserie
in der Usachen & Wirkung störbern.
3.
Bedingtes Entstehen unserer Konzepte
Jedes
Konzept, das wir uns von der Welt machen, ist nur ein bedingt
entstandenes Konzept (Interpretation) über Welt. Es bildet die Welt
aber nicht ab, sondern interpretiert bzw. repräsentiert sie. Auch
buddhistische Konzepte sind nichts anderes als Konzepte. An diesem
Abend haben wir uns die Zen-VertreterInnen der ersten Welle in Japan
und USA angesehen: Soyen Shaku, Sokai-an, Nyogen Senzaki, Ruth Fuller
Sasaki, Alan Watts, Gary Snyder, Robert Aitken, Philip Kapleau, Taisan
Maezumi, Benie Glassman, Shunryu Suzuki, Richard Baker, Vanja Palmers,
Thich Nhat Hanh, Joshu Sasaki und Genro Koudela. Die Übersicht
findet ihr hier
und den Audiofile
(uncut) hier.
4.
Die Zweite Welle
Thema
des Abends war die zweite Welle der Buddhismus-Rezeption im Westen. Die
Zweite Welle umfasst buddhistische LehrerInnen, die in den 60er und
70er Jahren nach Asien gegangen sind und dort bei anerkannten
buddhistischen Medititationslehrern ihre "Meditationsausbildung"
absolviert haben. Diese Generation umfasst Lehrer wie Joseph Goldstein,
Jack Kornfield, Sharon Salzberg, Ayya Khema, Bodhin Sensei, Matthieu
Ricard, John Reynold, James Low, Armin Akermann, Christine Longaker,
Keith Dowman, Fred von Almen, Genro Koudela. Die Übersicht
findet ihr hier
und den Audiofile
(uncut) hier.
5. Thich Nhat Hanh
Thema
des heutigen Abends, war Thich Nhat Hanh und die Frage, unterrichtet er
Vietnamesischen Buddhismus (Zen-Buddhismus). Es scheint so, dass er
nicht so unterrichtet, wie es traditionell (?) in Vietnam üblich
war/ist. Dort zentriert sich die buddhistische Praxis um einen Tempel,
der hauptsächlich Rituale durchführt. Ausserdem haben wir uns die
bewegte Biographie Thich Nhat Hanh angeschaut. Den Audiofile
(uncut) hier.
6.
Mahasi Sayadaw und das Benennen
Thema
des heutigen Abends, war die Dekonstruktion unserer Sichtweise der
Vipassana-Technik. Ausgehend von Mahasi Sayadaw und seiner Technik des
Benennens -> Nyanaponika und seinem Buch "Geistestraining durch
Achtsamkeit" -> Ayya Khema und weiter -> Ursula Lyon. Maßgeblich
für unsere Interpretation von Buddhismus sind die vier edlen Wahrheit
mit dem speziellen Fokus auf den achtfachen Pfad. Den Audiofile (uncut)
könnt ihr hier
hören..
Thema des heutigen Abends war das Satipatthana Sutta und die vier Grundlagen der Achtsamkeit: Körper (rupa), Empfindung (vedana), Geisteszustände (citta) und Geistesinhalte (dhamma). Den Audiofile könnt ihr hier hören.
8. Die Skanda
Thema des Abends waren die fünf Skanda (Form, Wahrnehmung, Empfindung, spontane Reaktion, Bewusstsein) und ihre Anwendung als Prozess in der Meditation durch Goenka. Thema der Woche ist die Erforschung des Handlungsimpuls in unserem Alltag. Den Audiofile (uncut) findet ihr hier.
9. Bedingtes Entstehen (paticcasamuppada)
Der Einstieg in den Abend war die zweite edle Wahrheit: Die Wahrheit von der Entstehung der Frustration, des Stress, der Unzufriedenheit, des Leidens. In diesem Konzept wird die Ursache unserer Unzufriedenheit in der Gier (pali tanha) gesehen. In weiterer Folge haben wir uns mit dem Entstehen der Gier in dem Konzept des bedingten Entstehens (pali paticcasamuppada) beschäftigt. Ergänzend dazu haben wir noch einen Schwenk ins Abidhamma gemacht und uns die allgegewärtigen Faktoren (aufmerken, Kontakt, Empfindung, Wahrnehmung und Handlungsimpuls) innerhalb der Bewusstseinsfaktoren (pali shankara) angeschaut. Die Übersicht findet ihr hier und den Audiofile (uncut) hier.
10. Hindernisse
Thema des heutigen Abend waren Hindernisse und Trübungen, die uns daran hindern unser innerstes Potential im Alltag zu manifestieren. Allgemein wird hier von Kilesha (pali) oder Klesha (sanskrit) gesprochen: Gier, Aversion, Verwirrung, Neid, Egozentrik. Auf die Meditationspraxis bezogen, werden die Hindernisse (pali nivarana) geannt: Sinnliches Begehren, Aversion, Trägheit und Müdigkeit, Aufgeregtheit und Sorge, Zweifel. Meditationsobjekt für diese Woche ist unsere Aversion und Ablehnung. Die Übersicht findet ihr hier und den Audiofile (uncut) hier.
11. Unsere positiven Qualitäten - bojjhanga
Thema des heutigen Abends waren zwei Konzepte von positiven Qualitäten. Einmal die sieben Aspekte des Erwachens (pali bojjhanga) aus dem Satipatthana-Sutta und die sieben Säulen der inneren Einstellung nach Jon Kabat-Zinn (Kabat-Zinn 2011: Gesund durch Meditation: 60ff). Beide Konzepte geben uns Hinweise auf unsere innewohnenden Qualitäten, die wir im Alltag manifestieren können. Den Audiofile (uncut) könnt ihr hier hören.
12. Noch mehr positive Qualitäten - brahma vihara
Thema des heutigen Abends waren die "Vier göttlichen Verweilzustände" oder auch die "Vier Unermesslichen" (pali brahma vihara): Wohlwollen, Mitgefühl, Freude und Gelassenheit. Die textlichen Grundlagen finden sich im Visuddhi-Magga, einem Text von Buddhaghosa aus dem 5. Jhrd. Das Visuddhi Magga gilt im Theravada als die erste umfassenden Zusammenfassung der Lehre des Buddha. Die deutsche Übersetzung als PDF (ist groß) findest du hier. Den Audiofile des Abends gibt es hier. Thema der Woche ist die Umsetzung des Wohlwollen in unserem Alltag.
13. Das Konzept des Verdienstes -punna
Bisher haben wir uns mit dem Training in der Herzensentwicklung (Meditation) beschäftigt. Dazu haben wir uns das Satipatthana-Sutta aus dem Palikanon und die darin enthalten Übungen und Konzepte genauer angeschaut. Diese Praxis war zur Zeit des Buddha hauptsächlich den Mönchen und Nonnen vorbehalten. Die Laien haben den Orden materiell unterstützt. Grundlage dieser Unterstützung war/ist das Konzept des Verdienstes (pali punna). Ausgehend vom Opferritual (Feueropfer im Brahmaismus) und zum Konzept der Spirituellen Kraft (sanskrit tapas) entwickelte sich in Indien das Konzept des Verdienstes, den man durch heilsames Handeln erwerben kann und der Verdienstübertragung. Diese Konzepte bilden für vielen asiatische Buddhisten die Grundlage ihrer Praxis. Daraus entwickelten sich die Reine Land Schulen in China. Den Audiofile könnt ihr hier hören.
14. Gesellschaftliches Umfeld
Heute haben wir uns die negativen gesellschaftlichen Bedingungen angeschaut, die unsere Praxis unterstützen bzw. erschweren. Grundlage ist das Buch des Philosophen Jason Stanley Wie Faschismus funktioniert. Anhand von 10 Strategien beschreibt er faschistische Bewegungen. Leider leben wir in einer Zeit, in der diese Bewegungen weltweit zunehmen (Amerika, Ungarn, Türkei ...). Grundlage dieser faschischen Bewegungen ist eine extrem dualistische Sichtweise und Stategien des Spaltens. Den ungeschnittenen Audiofile könnt ihr hier anhören. Habe leider zu Beginn vergessen, den Aufnehmeknopf zu drücken. Daher fehlt die Einführung ins Thema. Sorry.
15. Das gesellschaftliche Umfeld des Mahayana-Buddhismus
Nachdem wir uns bisher die buddhistischen Grundlagen auf Basis des Pali-Kanon angeschaut haben, beginnen wir nun uns mit der buddhistischen Entwicklung des Mahayana-Buddhismus zu beschäftigen. Als Einstieg in das Thema haben wir uns die historischen und sozioökonomischen Grundlage des Mahayana angeschaut. Die Landkarte könnt ihr hier anschauen und den Audiofile hier anhören.
16. Das Herzsutra
Thema des Abends war das Herzsutra, als einer der wesentlichsten Texte des Mahayana-Buddhismus. Essenz des Textes ist die Antwort auf scholastische Ansätze innerhalb des Buddhismus mit der Feststellung, dass es nur die momentane Erfahrung gibt; frei nach dem Motto: Raus aus dem Kopf, rein ins Hier und Jetzt. Den ungeschnittenen Audiofile könnt ihr hier anhören.
17. Und noch mehr über das Herzsutra
Anknüpfend an eine Buchempfehlung von Claudia zu einem Kommentar über das Herzsutra von Thich Nhat Han habe ich nochmal über das Herzsutra gesprochen. Schwerpunkt war die Untrennbarkeit von Mitgefühl und Weisheit. Den ungeschnittenen Audiofile könnt ihr hier anhören.
18. Das Konzept der Paramita
Heute haben wir uns die Paramita angeschaut. Sie sind sowohl eine Orientierung als auch Ausdruck eines erwachten Lebens. Den Audiofile könnt ihr hier hören.
19. Das Diamant-Sutra
Thema des heutigen Abend war das Diamant-Sutra. Einer der wichtigsten Textes des Prajna-Paramita-Literatur und der Text, der Hui Neng (der spätere 6. Patriarach des chinesischen Chan (jap. Zen)) zu seinem Lehrer, den 5. Patriarchen gebracht hat. Ausserdem haben wir zwei Grundaspekte des chinesichen Chan betrachtet: Zen ist eine Überlieferung ausserhalb der Schriften und der Dharma wird von Herz zu Herz übertragen. Der wesentliche Begriff ist xin (alte Schreibweise: hsin), welcher mit Geist/Herz übersetzt werden kann und im Daoismus auch dazu benutzt wird, um die Bewegung "im Fluss mit dem Dao zu sein" darzustellen. Den Audiofile könnt ihr hier hören.
20. Nagajuna
Heute haben wir uns den Text von Nagajuna Zwanzig Strophen über das Mahayana (Mahayanavimsika) angeschaut. Den Text könnt ihr hier runterladen und die Audiofile hier anhören.
21. Vimalakirti und Avalokiteshvara
Heute haben wir uns das Vimalakirti-Sutra und das Lotos-Sutra genauer angeschaut. Einerseits ging es um die Aufwertung der Laienhänger und andererseits anknüpfend an die Vorstellung der Verdienstübertragung ging es um die Maha-Bodhisattvas am Beispiel Avalokiteshvara. Den Audiofile (uncut) könnt ihr hier anhören.
22. Indische Königreiche und unsere Buddha-Natur
Als Einstieg in den Abend gab es einen Überblick über die für uns interessanten indischen Königreiche. Unsere Reise begann mit Alexander dem Größenwahnsinnigen, Ashoka, König Menandros und die Indio-griechischen Königreiche, dem Koshana-Reich und der chinesischen Han-Dynastie und dem indischen Gupta-Reich mit der Uni Nalanda. Inhaltlich haben wir uns mit dem Tathagatagarbha-Sutra und der darin beschriebenen Buddha-Natur und unserem Zugang zur Buddha-Natur über unseren Herz-Geist. Den Audiofile (uncut) könnt ihr hier anhören.
23. Einstieg ins Yogacara
Nach einer kurzen Übersicht über die bisherigen Entwicklungen des Mahayana-Buddhismus habe wir uns mit dem Konzept der Skanda beschäftigt. Von den 6 Bewusstseinen sind wir weiter zu den 8 Bewusstseinen des Yogacara gegangen: Speicherbewusstsein (alaya) und das Ich-Bewusstsein (manas). Die Übersicht könnt ihr euch hier anschauen und den Audiofile (uncut) hier anhören.
24. Vasubandhu und die Geistesfaktoren
Ausgehend von den 5 Skanda habe wir uns heute die Übersicht über die 50 Geistesfaktoren nach Vasubandhu angesehen. Die Übersicht findet ihr hier, den Text Dreißig Verse über das Bewußtsein findet ihr hier und hier könnt ihr den Audiofile des Abends anhören.
25. Alles was wir wahrnehmen, ist Konstruktion
Begonnen hat der Abend mit einem kurzen Blick auf das buddhistische Verständnis des Begriffs des Karma: Karma als der Wille (pali cetana), der zum Handeln führt. Anschließend sind wir zum Herzstück des Yogacara vorgestoßen: all das, was wir erfahren und wahrnehmen, ist nichts anderes als unsere kognititive Konstruktion. Unsere Konstruktion entsteht aus den karmisch wirksamen Samen unseres Alaya-Bewusstseins (Speicherbewußtsein) in Verbindung mit äußeren und inneren Reizen. Diese Statement bezieht sich auf den zweiten Teil des Textes Dreißig Verse über das Bewußtsein von Vasubandhu. Den Audiofile könnt ihr hier anhören.
26. Yogacara - Drei Aspekte
Heute haben wir damit begonnen, uns einen weiteren kurzen Text von Vasubandhu anzuschauen: Abhandlung über drei Naturen. Er beschreibt drei Perspektiven unserer Wahrnehmung: 1. alles was wir wahrnehmen, ist imaginär (eine Konstruktion, Projektion); 2. alles was wir wahrhnehmen, ist bedingt durch unsere Samen im Speicherbewusstsein entstanden; 3. wenn wir diese verdinglichte, dualistische Sichtweise auflösen, landen wir in der non-dualen Sichtweise. Die Übungseinlandung ist, einmal im eigenen Alltag unsere Erfahrungen unter diesen drei Aspekten wahrzunehmen, bzw. sich dieser drei Aspekte bewusst zu sein. Einfach einmal auszuprobieren und erforschen, wie diese drei Sichtweisen uns im Alltag helfen können, entspannter und offener zu werden. Den Audiofile könnt ihr hier anhören und den Text könnt ihr hier runterlagen.
27. Yogacara
Wir haben uns den Rest des Textes Abhandlung über drei Naturen von Vasubandhu angeschaut und uns überlegt, wie wir diese drei Aspekte oder Sichtweisen in unseren Alltag integrieren können. Den Audiofile könnt ihr hier anhören.
28. Hua Yen
Begonnen haben wir den Abend mit zwei Nachträgen, wobei der zweite Nachtrag ein Zitat von Patrul Rinpoche war, in dem er acht Bilder für die imaginäre Natur der Phänomene aufzählte. Dem Hua Yen näherten wir uns mit einem Beispiel von Thich Nhat Hanh an, indem er die vielen Beiträge, die es möglich gemacht haben, dass ich eine Schokoloade essen. Damit zeigt er die Verwobenheit unserer Welt und der darin befindlichen Dinge. Grundlage des Abends war das Buch Die Sonne, mein Herz: Über die Verbundenheit allen Seins von Thich Nhat Hanh. Den Audiofile könnt ihr hier anhören.
29. Die Reine-Land-Schule
Heute abende haben wir uns die Reine-Land-Schule angeschaut bzw. die beiden Trexte auf denen sie basiert: das Kleine Sukhavativyuha-Sutra und das Große Sukhavativyuha-Sutra. Nachdem wir einige Aspekte der Wiedergeburt im Reinen Land des Buddha Amitabhas betrachtet haben, haben wir etwas genauer die Interpretation von Thích Nhất Hạnh betrachtet. Er unterscheidet drei Aspekte der Praxis bzw von Praktizierenden des Reinen Landes: 1. Menschen die sich den Buddha Amitabha mit Hilfe von einer Visualisation und dem Satz "Namo Amitabha Buddha" vergegenwärtigen, um in nächsten Leben im Reinen Land des Amitabha Buddha wiedergeboren zu werden. 2. Menschen die ihn Vergegenwärtigen um jetzt im Reinen Land zu sein und 3. Menschen, die im Hier und Jetzt schon im Reinen Land sind. Das Reine Land ist hier und jetzt! Den Audiofile (uncut) könnt ihr hier anhören.
30. Bodhidharma kommt nach China
Nach unseren langatmigen Vorstudien sind wir heute endlich zur Person des Bodhidharmas gekommen. Nicht ganz. Zuerst haben wir uns die buddhistische Szene in China vor dem Eintreffen Bodhidharmas angeschaut, um dann zur Begegnung Bodhidharmas und des chinesischen Kaiser Wudi von der Liang-Dynastie zu kommen. Hier taucht die berühmte Formulierung der Essenz des Buddhismus auf: Offene Weite, nichts von heilig. Als Zugabe gab es noch die Begegnung Bodhidharmas mit seinem zukünftigen Nachfolger Huike und die Kurzzusammenfassung in vier Sätze seines Ansatzes:
Überlieferung außerhalb der Schriften
unabhängig von Wort und Schriftzeichen:
Direkt auf des Menschen Herz zeigen, -
die eigene Natur schauen und Buddha werden.
Den Audiofile könnt ihr hier anhören.
31. Bodhidharma: 2 Zugänge, 4 Praxen
Nachdem wir hermeneutisch die Autoren und ihre Perspektiven über Bodhidharma angeschaut haben, haben wir uns mit dem ersten Teil des Textes von Bodhidharma "2 Zugänge, 4 Praxen" beschäftigt. Der erste Abschnitt lautet:
"Der Eintritt
in den Weg geschieht auf vielerlei Weise, doch lässt er sich zusammenfassend in
zwei
Arten gliedern: den Eintritt durch das Prinzip und den Eintritt
durch die Praxis.
Erstens:
der Eintritt durch das Prinzip (理入).
Wer durch Belehrung zur Einsicht gelangt, gelangt zu tiefem Vertrauen und erfährt
(erkennt), dass alle Wesen dieselbe wahre Natur besitzen.
Diese wahre Natur ist jedoch durch falsche Vorstellungen verdeckt und kann
daher nicht klar erkannt werden. Diejenigen, die das Falsche zurückweisen, sich dem Wahren zuwenden und vor einer
Wand meditierend und realisieren unerschütterlich die eigene Nicht-Existenz und
die Nicht-Existenz aller anderen, ohne sich an Worte und Schriften zu klammern.
Sie befinden sich in Übereinstimmung mit dem Prinzip. Nicht-unterscheidend,
still und ohne Tun; Das nennt man Eintritt durch das Prinzip."
Den Audiofile könnt ihr hier hören.
32. Bodhidharma: 2 Zugänge, 4 Praxen (Teil 2)
Heue
haben wir den zweiten Teil des Textes "2 Zugänge, 4 Praxen" angeschaut.
Diese vier Praxen sind: 1. Ungerechtigkeit ertragen, 2. sich an äußere
Umstände anpassen, 3. nichts begehren, 4. den Dharma üben. Den
Audiofile könnt ihr hier anhören.
33. Unser Bild von China
Wir
beginnen unsere Betrachtung Chinas mit der Betrachtung unseres Bildes
von China. Wie ist unser Bild entstanden und wie hat es sich mit den
Jahrhunderten verändert. Wir starten mit dem sogenannten Mongolensturm
im 13. Jhrd. bei dem das mongolische Herr in Polen und Ungarn die
europäischen Heere besiegt haben. Die nächste Station unserer Reisen
waren die erste christlichen Missionare, die im 13. Jhrd. nach China
gingen, gefolgt von Marco Polo, den Portogiesen, den Niederländern und
Engländern. Nach den Opium-Kriegen im 19. Jhrd. hatte Europa ein
ziemlich negatives Bild von China. Erst in den zwanziger Jahren des
Zwanzigsten Jahrhunderts wurde unser Bild durch die Übersetzungen des
christlichen Missionar Richard Wilhelm positiv zu wandeln. Den
Audiofile könnt ihr hier anhören.
34. Die Shang-Dynastie
Am
heutigen Abend haben wir begonnen uns konkret mit China zu beschäftigen
und zwar mit der ältesten Dynastie, der Shang-Dynastie. Zuvor haben wir
uns aber noch einen kurzen Überblick über die einzelnen chinesischen
Dynastie verschafft und das was wir schon kennen dort verortet:
Bodhidharma, Kongfuzi, Loazi, Stoa, Platon ... Den Audiofile könnt ihr hier anhören.
35. Die Zhou-Dynastie und das Hexagramm #1 Kun - Das Schöperische
Der
Abend begann mit der Darstellung der chinesischen Zhou-Dynastie und den
drei wichtigen Gründungspersonen: König Wen, König Wu und Herzog von
Zhou. König Wen hat in seiner Gefangenschaft die 64 Hexagramme
des Yijing zusammengestellt. Im Zug der des Militärputsches von König
Wu wurde als Rechtfertigung das Konzept des Mandats des Himmels
entwickelt. Der Orakeltext des Yijing wurde durch konfuzianistische
Kommentare zu einem philosophischen-staatspolitischen Klassiker
aufgewertet und in der Han-Dynastie zu einem der fünf konfuzianischen
Klassikern ernannt. Diese fünf Klassiker waren bis zum Ende des
chinesischen Kaisertums (1911) die Grundlage der landesweiten
Beamtenprüfungen. In den letzten Jahrhunderten der Zhou-Dynastie verlor
die Zentralmacht an Stärke und die Königtümer begannen sich gegenseitig
zu bekriegen. In dieser Zeit der streitenden Reiche waren Laozi und
Kongfuzi aktiv. Als zweitwichigster Vertreter des Doaismus kam später
noch Zhuangzi hinzu. Es gab einen kurze Schwenk zum Übertragung des Zen
aus der Song-Dynastie nach Japan in die Tokugawa-Dynastie. Das Chan
bzw. Zen der Song-Dynastie hatte schon viele Aspekte des Konfuzianismus
und des Daoismus integriert. Zurück in China haben wir uns die Relevanz
des Yijing angeschaut: ca. 1.500 chinesische Kommentare, Yijing als der
wichtigste konfuzianische Klassiker der für Klassiker
(Prüfungsliteratur für die Beamtenprüfungen). Nach der historischen
Verortung haben wir uns dem 1. Hexagramm: Kun - das Schöpferische,
zugewandt und ein wenig die Qualität des Zeichens meditativ erforscht.
Den Audiofile könnt ihr hier hören.
36. Die Linien des 1. Hexagramms (Drachen)
Begonnen
hat der Abend mit der Feststellung, dass wir uns davor hüten sollten,
das Yijing als psychologischen Text zu interpretieren. Vielmehr ist das
Yijing eine Beschreibung Wandlungszustände des Kosmos und ihre
Veränderung in Form von 64 Hexagrammen mit jeweils 6
Entwicklungslinien. Am Beispiel des 1. Hexagrammes haben wir uns die
sechs Entwicklungslinien des Hexagramm mit der Entwicklung des Drachens
genauer angeschaut. Außerdem haben wir uns am Beispiel der fünf
Schriftzeichen des ersten Hexagramms angeschaut, wie sich die Bedeutung
einzelner Schriftzeichen mit den Jahrhunderten verändert haben. Den
Audiofile könnt ihr hier anhören.
37. 2. Hexagramm - Das Empfangende
Der
heutige Abend war dem zweiten Hexagramm, das Empfangene, des Yijing und
der Polarität des Wechselspiels zwischen den beiden Grundaspekten Yin
und Yang gewidmet. Im Yijing ist das erste Hexagramm, das
Schöpferische, Yang und das komplimentäre Zeichen, zweites Hexagramm
das Empfangene, Yin. Das Bild für das zweite Hexagramm ist die Stute,
als Symbol des weichen, Empfangenden. Das ewige, harmonische
Wechselspiel zwischen Yin und Yang wird im Yijing als das Dao (der Weg)
verstanden. Zu diesem Zeitpunkt (1000 vuZ) gab es wohl noch nicht die
Idee das Dao als "Entstehungsgrund" des Kosmos zu sehen. Eines der
Hauptthemen der chinesischen Philosophien ist die Frage, wie kann man
bei dem Wechselspiel von Yin und Yang in einem harmonischen,
ausbalancierten Zustand bleiben. Weitere wichtige Begriffe in diesem
Zusammenhang sind Li (Ordnung, Muster) und Ziran (die kosmische
Spontanität). Der kosmische Entstehungsprozess wird als verdichtete
Energie (qi) dargestellt. Die Übung für die Woche ist es, einmal das
Wechselspiel von Yin und Yang im Alltag zu beobachten bzw. sie dessen
gewahr zu sein. Den
Audiofile könnt ihr hier anhören.
38. Das Frauenbild Konfuzius und die Menschlichkeit
Heute
haben wir uns die Stellung der Frau in den konfuzianistischen
Kommentaren, den 10 Flügeln, zum Yijing angeschaut und festgestellt,
dass dort eine klassisch patriarchale Position vertreten wird: Die Frau
ist dem Mann untergeordnet. Nach einem kurzen biographischen Überblick
über das Leben Konfuzius haben wir uns folgenden konfuzianischen Themen
zugewandt: die Rolle des Lernens und die beiden Aspekte der
Menschlichkeit. Diese sind zhong (mit ganzem Herzen in der Mitte sein)
als innere Haltung und als Maxime des Handelns shu (das eigene Herz als
Maßstab; Lunyu 4.15). Die Definition von shu lautet auch: Was man
selbst sich nicht wünscht, das füge anderen auch nicht zu. (Lunyu
15.24) Den Audiofile könnt ihr hier anhören.
39. Konzepte des Konfuzius
Heute
haben wir uns mit den Grundkonzepten des Konfuzius beschäftigt:
Rollenverständnis, hierarchische-patriarchale Beziehungsmuster,
Menschlichkeit, kindlicher Respekt, Harmonie, Etikette,
Rechtschaffenheit und Ehrlichkeit. Den Audiofile könnt ihr hier anhören.
40. Auf dem Weg des Lernens zum Edlen
Nach
einer kurzen Wiederholung der im Konfuzius zu entwickelnden
Charaktereigenschaften, wie Menschlichkeit, kindlicher Respekt,
Rechtschaffenheit, Etikette... haben wir uns dem Thema gewidmet, wie
kann man nun diese Eigenschaften aus der Sicht Konfuzius entwickeln.
Sein Haupttechnik bestand im Lernen der Klassiker und die Anwendung des
Gelernten im einen Alltag: Lernen und das Gelernte anwenden, ist das
nicht eine Freude (Lunyu 1.1). Der nächste Begriff, den wir uns
angeschaut haben, war der Begriff der Selbstkultivierung. Dieses
Konzept ist wahrscheinlich die Grundlage der meisten chinesischen
Philosophien. Das dritte Konzept, das mit dem wir uns beschäftigt
haben, ist der Edle. Der Abschluss des Abend bestand in dem Hinweis auf
zwei Aspekte wo es im Konfuzianismus schief laufen kann: Einmal das
kindlicher Respekt zur Unterwürfigkeit und Autoritätshörigkeit führen
kann und das die auf das Altertum zentrierte Etikette bzw.
Verhaltensregeln zu einem steifen, förmlichen Umgang miteinander führen
kann (schlechtes Deutsch, Wortwiederholung, ich weiß...). Den Audiofile
könnt ihr hier anhören.
41. Die Zeit der Streitenden Reiche und der Legalismus
Heute
habe wir uns kurz die Dynamik der Kriegsparteien in der Zeit der
Streitenden Reiche angeschaut, um uns dann einige der in dieser Zeit
entstandenen Philosophien anzuschauen. Der Erste war Sunzi und sein
Buch "Die Kunst des Krieges". Ihm folgte Menzi und seine positives
Menschenbild. Und weiter ging es mit Xunzi, der von einem Bild des
Menschen ausging, in dem der Mensch nur nach seinem eigenen Vorteil
handelt. Einer seiner Schüler, Han Feizi, entwickelte daraus dann den
Legalismus. Eine Staatstheorie die auf klare Gesetze, strenge Strafen
und Belohnungen setzte. Sie wurde Grundlage des ersten chinesischen
Kaiserreiches unter dem Kaiser Qin Shi Huang. Die extreme Strenge
und Brutalität führt schon nach einigen Jahren zum Zusammenbruch der
Qin-Dynastie und zum Entstehen der Han-Dynastie. Den Audiofile
könnt ihr hier anhören.
42. Yijing und die Dynamik der Trigramme
Nachdem
wir eine Blick auf die verschiedenen historischen Interpretationen des
Yijing (konfuzianistisch, konfuzianistisch-christlich, daoistisch und
buddhistisch) warfen, haben wir uns noch die Dynamik der Trigramme
innerhalb der Hexagramme angeschaut. Insgesamt haben wir
unterschiedliche Ebenen der Betrachtung. Einmal grundsätzlich meinen
eigenen philosophischen Hintergrund, dann können wir nur das Hexagramm
auf uns wirken lassen, und/oder auch noch die Dynamik der einzelnen
Linien anschauen und/oder die Dynamik der Trigramme innerhalb eines
Hexagramms. Im zweiten Teil des Abends habe wir uns konkret mit dem
Hexagramm "inneres Vertrauen" (# 61), das einen Zustand der
Gelassenheit darstellt und dem Hexagramm "nach der Vollendung" (# 63),
das zeigt, dass es kein Ende der eigenen Entwicklung gibt. Selbst wenn
wir weit gekommen sind, werden sich die Dinge wieder ändern. Das
einzige was fix ist, ist die Veränderung. Den Audiofile könnt ihr hier hören.
43. Yijing: Erschütterung (#51), Innehalten (#52), Innere Stille (#11)
Am
heutigen Abend haben wir uns den drei Hexagrammen #51 (die
Erschütterung), #52 (Innehalten) und #11 (innere Stille) gewidmet. Wir
vertieften den Aspekt der "inneren Stille" als Voraussetzung zum Hören
unserer inneren Weisheitsstimme bzw. Buddha-Natur. Den Audiofile könnt hier hier anhören.
44. Einstieg in den Daoismus
Als
Einstieg habe wir begonnen uns mit dem Begriff des Dao zu beschäftigen.
Im Anschluss betrachteten wir mit Hilfe eines Phasenmodells die
Vielfalt der daoistischen Entwicklungen in China. Wichtig dabei war die
Proto-daoistische Phase (4.-2. Jhrd vuZ), in der die ursprünglichen
Sprüche und Verse vieler klassischer daoistischer Texte, wie zum
Beispiel das Daodejing, das Zhuangzi und das Neiye, entstanden sind. In
der folgenden Formativen Phase (2. Jhrd. vuZ - 2. Jhrd.) sind diese
Verse zu Büchern zusammengestellt worden. In der folgenden Phase der
Institutionalisierung (2.-6. Jhrd.) entstand die erste daoistische
Organisation: die himmlischen Meister (chin. Zhengyi, ab 142), deren
Schwerpunkt bei Ritualen und Magie lag. Ab 250 entstand die Shangqing
Schule, die sich der Meditation widmete. Ab 400 entstand die
Lingbao-Schule, in der Shangqing, himmlische Meister und buddhistische
Elemente zusammenflossen. Die nächste große Entwicklung war die
Gründung der Schule der Vollkommenen Wirklichkeit (Quanzhen) durch Wang
Chongyang Anfang des 12. Jhrd. Diese Schule gründete die ersten
daoistischen Klöster und widmete sich der Meditation bzw. der inneren
Alchemie (chin. Neidan). Zum Abschluss haben wir uns noch die beiden
Interpreten des Yijing angeschaut: Wang Bi (226-249) und Heshang Gong
(200-150 vuZ). Insgesamt macht dieser Überblick deutlich, dass die
Unterscheidung in religiösen und philosophischen Daoismus aus der
Perspektive der Daoisten keinen Sinn ergibt. Den Audiofile könnt
ihr hier anhören.
45. Das Dao und wie funktioniert das Orakel im Yijing
Nach
einer Wiederholung bzw. Vertiefung des Begriffs des Dao und der durch
Qi bedingten Dynamik zwischen Yin und Yang haben wir uns der konkreten
Orakel-Praxis des Yijing gewidmet. Den kurzen Audiofile könnt
ihr hier anhören.
46. De - die innere Kraft
Heute
sind zwei weitere daoistische Begriffe in unserer Forschungsreise zum
Daoismus hinzugekommen: de (das Dao in Aktion oder Tugend im
griechischen Sinne, arete) und qi (die kosmische Energie). Den
Audiofile könnt
ihr hier anhören.